Zusammenfassung 3. Sitzung, 31.10.2019 – Herder

Im Triebbegriff und im Begriff der Bildung ist eine Doppeldeutigkeit angelegt: eine Dynamik, die sowohl natürliche Entwicklungen wie auch die freie vernünftige Bildung des Menschen betreffen kann. Diese Spannung zwischen Natur und Vernunft kann dadurch aufgehoben werden, dass der Mensch als vernünftiges und freies Wesen selbst als Teil und Produkt der natürlichen Entwicklung angesehen wird, er sie gewissermaßen aufnimmt und fortsetzt. In seinen Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, die zwischen 1784 und 1791 entstanden, entwickelt Herder ein umfassendes Bild der Schöpfung, das alle Dinge in eine Ordnung zunehmender Komplexität und Form-Bildung bringt. Weiterlesen

Zusammenfassung Trieb-Seminar 2. Sitzung, 24.10.2019 – Einführung

Warum sollte man sich philosophisch gerade mit dem Begriff des Triebes beschäftigen? Ist er nicht ein Inbegriff des Irrationalen und Unbewussten, etwas, was gar nicht begrifflich zugänglich ist? Der Begriff des Triebes steht im Kontext zahlreicher anderer Begriffe, wie Wille, Wollen, Begehren, Neigung, Reiz, Streben, Bedürfnis, Kraft, Motiv, Motivation, Intention, Drang, Appetit. Häufig wird der Trieb als eine Form des unreflektierten Begehrens aufgefasst, also dem freien Willen entgegengesetzt. Weiterlesen

Zusammenfassung Tierethik-Seminar, 23.10.2019: Mensch vs. Tier?

Im Alltag werden häufig die Wörter „Mensch“ und „Tier“ als miteinander inkompatibel oder gar gegensätzlich gebraucht. Einem solchen Verständnis liegt die Auffassung zugrunde, dass Menschen mehr sind als „bloße“ Tiere, und dadurch auch einen anderen, höheren moralischen Status besitzen. Entwicklungsbiologisch gesehen sind wir Menschen freilich „nur“ Tiere, also menschliche Tiere. Nach dieser Ansicht sind „Mensch“ und „Tier“ nicht inkompatibel, sondern „Mensch“ ist nur eine genauere Spezifizierung von „Tier“: ein menschliches Tier. Was aber unterscheidet menschliche Tiere von anderen Tieren? Weiterlesen