Zusammenfassung, 1. Sitzung, 14.4.2021: Was ist eine Emotion?

Emotionen lassen sich nur schwer von verwandten Phänomenen wie Gefühlen, Affekten und Stimmungen unterscheiden. In der Geschichte der Philosophie wurden Emotionen als Gefühle, als Evaluationen und als Motivationen bestimmt (vgl. Scarantino/de Sousa 2018), bzw. der Begriff der Emotion ließ sich in diesem Sinne philosophisch verwenden. Dies legt nahe, dass es sich bei Emotionen um äußerst komplexe Phänomene handelt, die nicht nur eine Gefühlsseite haben, sondern auch eine volitionale und rationale Dimension aufweisen. Weiterlesen

Zusammenfassung, 5. Sitzung, 2.12.2020 – Kraus und Kant zu Ulrichs „Eleutheriologie“

Im Anschluss an Ulrichs „Eleutheriologie“ verfasste Kants Schüler Christian Jakob Kraus (1753-1826) eine Rezension, in welcher er Kants Theorie gegen Ulrichs Kritik verteidigte. Bereits von Kant stammt eine „Vorarbeit zur Ulrich-Rezension“, in welcher er sich mit dessen Theorie befasst hatte. Weiterlesen

Zusammenfassung, 4. Sitzung, 25.11.2020 – Ulrichs „Eleutheriologie“

Johann August Heinrich Ulrich (1746-1813) ist einer jener nachkantischen Denker, die bislang fast unbekannt sind. Dennoch hat Ulrich in seiner „Eleutheriologie“ (dt. „Freiheitslehre“) aus dem Jahr 1788 in eigenständiger Weise Kants Freiheitslehre interpretiert und auch scharfsinnig kritisiert. Weiterlesen

Kants praktischer Kompatibilismus (18.11.2020)

Während Kant in seiner „Kritik der reinen Vernunft“ besonders die transzendentale Freiheit als Kausalität der Vernunft ins Zentrum stellte, so widmet sich Kant in seiner „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ und vor allem seiner „Kritik der praktischen Vernunft“ mit der praktischen Freiheit, die unseren Willen, unsere Handlung und unsere Autonomie betrifft. Weiterlesen

Zusammenfassung der 2. Sitzung, 11.11.2020 – Kants Kompatibilismus

Die Frage, ob Kant einen freiheitstheoretischen Kompatibilismus vertritt, ist in der Forschung umstritten. Sie hängt entscheidend davon ab, was man unter Kompatibilismus versteht. In der gegenwärtigen analytischen Freiheitsdebatte wird unter einem Kompatibilismus die These vertreten, dass Determinismus und Freiheit vereinbar sind, indem etwa nur eine Konzeption von Handlungsfreiheit vertreten wird,[1] oder aber das Prinzip der alternativen Möglichkeiten infrage gestellt wird, wie dies Harry Frankfurt getan hat.[2] Einen noch radikaleren Kompatibilismus vertritt Kant, da für ihn dieser nicht nur für Willensfreiheit gilt, sondern auch das Prinzip der alternativen Möglichkeiten aufrecht erhalten wird. Weiterlesen

Zusammenfassung 15. Sitzung, 29.7.2020 – Virtuelle Existenz

Häufig wird virtuelle Realität mit bloßer Simulation gleichgesetzt. Doch ist diese Gleichsetzung problematisch, denn sie birgt einen Widerspruch: Wenn virtuelle Realität bloße Simulation ist, dann kann sie nicht real sein. Es stellt sich also die Frage, was unter „virtuell“ bzw. „Virtualität“ zu verstehen ist, damit sie real sein kann. Weiterlesen

Zusammenfassung 14. Sitzung, 22.7.2020 – Fiktive Gegenstände, Virtuelle Realitäten

Wir können zwischen verschiedenen Formen nicht-existierender Dinge unterscheiden:

– unmögliche Gegenstände wie runde Quadrate

– fiktive Gegenstände wie Pegasus und Sherlock Holmes

– Simulationen bzw. ‚virtuelle Realitäten‘

Diese nicht-existierenden Gegenstände ‚existieren‘ jedoch nicht auf dieselbe Weise ‚nicht‘. Denn fiktive Gegenstände existieren nur kontingenterweise nicht; sie könnten auch existieren bzw. hätten existieren können. Weiterlesen

Zusammenfassung 13. Sitzung, 15.7.2020 – Van Inwagen, Kit Fine

Der US-amerikanische Philosoph Peter van Inwagen (*1942) befasst sich in seinem Buch Material Beings (1990) mit der Frage, wie materielle Dinge zusammengesetzt sind. Er vertritt die These, dass materielle Teilchen nur dann ein Einzelding bzw. eine Substanz bilden, wenn diese Teilchen durch das Prinzip des Lebens geeint sind. Daraus folgt die auf den ersten Blick kontraintuitive These, dass künstliche Substanzen wie Tische und Stühle („substances existing by art“), aber auch „substances existing by chance“ wie Steine und Holzstücke nicht eigentlich existieren, da sie von ihren Teilen nicht durch das Prinzip des Lebens strukturiert sind. Weiterlesen