Zusammenfassung, 15. Sitzung, 8.2.2019 – Kant (2), Sartre

Kant sah sich vor die problematische Alternative gestellt, dass wir uns die Welt einerseits so denken müssen, dass überall nur Naturnotwendigkeit gilt und keine Freiheit möglich ist, was den Begriff der Ursache unmöglich machen würde, und dass wir uns die Welt andererseits auch so denken müssen, dass es eine absolute Kausalität gibt, die selbst keine Ursache hat, jedoch als solche in der Welt keinen Platz hat, sondern vielmehr die Welt durcheinanderbringen würde (diese Position entspricht in vielerlei Hinsicht dem Libertarianismus). Weiterlesen

Zusammenfassung, 15. Sitzung, 6.2.2019 – David Lewis und Jaegwon Kim

In seiner Untersuchung über den menschlichen Verstand (1748) hatte David Hume zwei Definitionen der Ursache gegeben. Wir verstehen darunter

(1) „einen Gegenstand, dem ein anderer folgt, wobei allen Gegenständen, die dem ersten gleichartig sind, Gegenstände folgen, die dem zweiten gleichartig sind. Oder mit anderen Worten:“

(2) „wobei, wenn der erste Gegenstand nicht bestanden hätte, der zweite nie ins Dasein getreten wäre.“ Weiterlesen

Zusammenfassung, 15. Sitzung, 5.2.2019: McTaggarts Zeit-Analyse

John McTaggart (1866-1925) argumentiert dafür, dass die Zeit nicht wirklich sei. Er vertritt also einen Antirealismus bezüglich der Zeit. Dies hatten auch schon andere Philosophen vor ihm behauptet. Nach Immanuel Kant etwa ist die Zeit nichts, was unabhängig vom erkennenden Subjekt in der Welt existiert, sondern die Bedingung der Möglichkeit von Erfahrung und Erkenntnis. Kant vertritt keinen Realismus, sondern einen (transzendentalen) Idealismus bezüglich der Zeit. Doch glaubt McTaggart, die Unwirklichkeit auf eine bisher unbekannte, neue Art beweisen zu können. Weiterlesen

Zusammenfassung, 14. Sitzung, 1.2.2019 – Kants Begriff transzendentaler Freiheit

Stellen wir uns folgende zwei Ereignisse vor:

(1) Ein flüchtender Dieb wird zufälligerweise von einem um die Ecke biegenden Hund zu Fall gebracht. Die nacheilende Polizistin kann daraufhin den Dieb verhaften und das Diebesgut an die bestohlene Person zurückgeben.

(2) Einem flüchtenden Dieb wird von einem engagierten Passanten absichtlich das Bein gestellt. Die nacheilende Polizistin kann daraufhin den Dieb verhaften und das Diebesgut an die bestohlene Person zurückgeben. Weiterlesen

Zusammenfassung Zeit-Seminar, 14. Sitzung, 29.1.2019 – Heidegger (2)

Martin Heidegger knüpft an Henri Bergsons Zeittheorie an, dynamisiert diese aber noch weiter. Bergson hatte die Tendenz der Verräumlichung der Zeit kritisiert und auf die organische Verfasstheit der bewussten Zeitdauer (durée) verwiesen. Heidegger betrachtet nun die Zeit nicht mehr nur aus einer subjektiven, innerpsychischen Perspektive, sondern im Rahmen einer Ontologie, also Lehre vom Sein. Weiterlesen

Zusammenfassung 13. Sitzung, 25.1.2019 – Leibniz über Determination und Freiheit

Die Besonderheit der Leibnizschen Theorie besteht darin, Freiheit und Determination so in Einklang zu bringen, dass die Entscheidung der Person weder durch Notwendigkeit zustande kommt, noch indifferent ist, sondern auf bestimmte Weise erfolgt, wobei diese Determination des Willens nach Leibniz gerade alternative Möglichkeiten der Wahl zulassen soll. Weiterlesen

Zusammenfassung, 12. Sitzung, 16.1.2019 – Mackie und Davidson über Kausalität

Mackie versucht mit seiner INUS-Bedingung das Problem kausaler Antecedens-Bedingungen in einer logischen Implikation zu lösen:

A→B

Russell hatte zuvor darauf hingewiesen, dass Ursachen niemals hinreichende Bedingungen für ihre Wirkungen sind, sondern immer verschiedene Randbedingungen benötigen, mit denen zusammen sie dann hinreichend für die Wirkung sind. Weiterlesen

Bergson und Heidegger über die Zeit

Henri Bergson behandelt das Problem der Zeitdauer im Kontrast zur Struktur des Raumes. Anders als den meisten Philosophen geht es ihm darum, die irreduzible Subjektivität der Zeit, das innere Zeitempfinden, phänomenologisch zu beschreiben, und jede Form ihrer Objektivierung – sei es durch eine A- oder B-Reihe – als bloße verräumlichende Abstraktion zu kritisieren. Weiterlesen

Zusammenfassung, 11. Sitzung, 11.1.2019 – John Locke

John Locke (1632-1704) nähert sich in seinem Versuch über den menschlichen Verstand der Freiheitsproblematik über den Begriff der Kraft an. Er versteht unter dem Willen „eine Kraft, bestimmte Handlungen in sich anzufangen oder zu unterlassen, fortzusetzen oder abzuschließen“. Weiterlesen

Zusammenfassung, 11. Sitzung, 9.1.2019 – J.L. Mackies „INUS-Bedingung“

Sind Ursachen notwendige oder hinreichende Bedingungen für ihre Wirkungen, oder sogar beides zusammen? Und inwiefern müssen wir noch Randbedingungen zu einer Ursache hinzudenken, um zu ihrer Wirkung zu gelangen – ein Problem, auf das Bertrand Russell hingewiesen hat? In der analytisch-angelsächsischen Philosophie hat der australische Philosoph J.L. Mackie versucht, die komplexe Bedingung eines Kausalverhältnisses zu formalisieren und das Verhältnis von Ursache und Wirkung zu präzisieren. Weiterlesen

Zusammenfassung 11. Sitzung, 8.1.2019: Henri Bergsons Phänomenologie der Zeit

Der französische Philosoph Henri Bergson (1859-1941) untersucht in seinem Essai sur les données immédiates de la conscience („Versuch über die unmittelbaren Gegebenheiten des Bewusstseins; dt. veröffentlicht als: „Zeit und Freiheit“) das Phänomen der Zeitdauer (durée). Insofern spielt für ihn die A-Reihe der Zeit eine besondere Rolle. Weiterlesen