Zusammenfassung Aristoteles‘ Ontologie (13.5.2020)

Der Begriff der „Metaphysik“ geht nicht direkt auf Aristoteles zurück. „Metaphysik“ bedeutet wörtlich „das, was hinter/nach der Physik (ist/steht)“ (τὰ μετὰ τὰ φυσικά; tà metà tà physiká). Die Präposition „hinter/nach“ ist zunächst nur ordnungslogisch-bibliographisch zu verstehen. Es ist dasjenige Werk, welches nach den antiken Gelehrten auf die aristotelische Physik folgte, die sich mit dem Werden und Entstehen der Dinge befasst. Weiterlesen

Zusammenfassung 3. Sitzung, 6.5.2020 – Platon

Die Frage, was Existenz sei, ist eine ontologische Frage. „Ontologie“ wird häufig im philosophischen Alltag synonym zu „Metaphysik“ verstanden. Die Philosophiegeschichte kennt daneben die Unterscheidung zwischen einer „Metaphysica generalis“ (einer allgemeinen Metaphysik) und einer „Metaphysica specialis“ (einer speziellen Metaphysik). Weiterlesen

Zusammenfassung 2. Sitzung, 29.4.2020 – Einführung

Die Frage, was „Existenz“ überhaupt bedeutet, ist eine typisch philosophische Frage. Denn alle anderen Wissenschaften, z.B. die Biologie, müssen den Begriff der Existenz bereits (ungeklärt) voraussetzen, um überhaupt Wissenschaft betreiben zu können. Sie befassen sich mit bestimmten existierenden Dingen und ihren Eigenschaften (wie z.B. Corona-Viren), aber nicht mit ihrer Existenz schlechthin. Weiterlesen

Informationen zu Hausarbeiten

Im Rahmen des Seminars „Theorien der Existenz“ (SoSe 2020) können zwei Arten von Prüfungsleistung erbracht werden:

  • In den unten zugeordneten Bachelor-Philosophie-Modulen (Haupt- und Nebenfach): Hausarbeit (10-12 S.)
  • EWS (Lehramt): Essay bzw. Kurzhausarbeit (ca. 6 S.)

Der Abgabetermin ist der Mittwoch, 30.9.2020 (falls sich keine Änderungen ergeben).

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Seminarplan „Theorien der Existenz“ (SoSe 2020)

Stand: 24.6.2020

Wir werden im Seminar folgende Fragen aus historisch-systematischer Perspektive behandeln und diskutieren:

  • Was bedeutet es für etwas, zu existieren?
  • Was kann alles existieren, und was nicht?
  • Gibt es Existenzen, die ‚mehr‘ als andere existieren?
  • Inwiefern existieren fiktionale Gegenstände und Personen wie das Raumschiff Enterprise und Pumuckl?
  • Welchen ontologischen Status haben virtuelle Realitäten?
  • Existieren lebendige Wesen auf eine fundamental andere Weise als es andere materielle Gegenstände tun?

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Viren und Virtualität

Die Corona-Krise hat uns die Grenzen der alltäglichen Interaktion wie nur wenige Ereignisse der Vergangenheit vor Augen geführt. Ausfälle, Ausgehverbote und Quarantäne beschränken unsere Freiheit zunehmend. Weniger in den Blick ist hingegen die Tatsache gerückt, dass diese Krise uns neue Freiheiten eröffnet. Not macht erfinderisch. Die Corona-Krise ist zum Katalysator einer neuen Entwicklung geworden — einer Entwicklung der virtuellen Realität. Weiterlesen

Zusammenfassung 15. Sitzung, 6.2.2020: Nietzsches Begriff des Triebes

Nietzsches Begriff des Triebes steht nicht nur geschichtlich, sondern auch systematisch zwischen demjenigen Schopenhauers und Freuds. Nietzsche thematisiert den Trieb nicht im Rahmen eines philosophischen Systems, sondern in der Form von Aphorismen, also kurzen, pointierten, abgeschlossenen Gedankenblitzen. Damit möchte Nietzsche der Versuchung entgehen, die gedankliche Entwicklung einem Systemzwang zu unterwerfen, der nicht das Kriterium der Adäquatheit, sondern der Kohärenz zum Prinzip erhebt. Weiterlesen

Zusammenfassung 14. Sitzung, 30.1.2020: Freuds Begriff des Triebes

In seiner Schrift „Triebe und Triebschicksale“ (1915) nähert sich Sigmund Freud dem Begriff des Triebes phänomenologisch an. Er schickt seinen Analysen die methodologische und wissenschaftstheoretische Bemerkung voran, dass der „richtige Anfang der wissenschaftlichen Tätigkeit“ „in der Beschreibung von Erscheinungen [besteht], die dann weiterhin gruppiert, angeordnet und in Zusammenhänge eingeordnet werden.“ Grundbegriffe jeder Wissenschaft „müssen zunächst ein gewisses Maß von Unbestimmtheit an sich tragen; von einer klaren Umzeichnung ihres Inhalts kann keine Rede sein.“ Freud hebt dabei hervor, dass nicht etwa nur die Begriffe als Abstraktionen dem empirischen „Erfahrungsmaterial“ unterworfen sind, sondern vielmehr auch die Erfahrung den Begriffen. Darin liegt eine Form von „Konstruktivismus“. Begriff und Erfahrungsmaterial befinden sich nach Freud in einer dynamischen Wechselwirkung und müssen immer mehr aneinander angeglichen werden, bis am Ende die eindeutige Definition steht. Ein solcher zunächst unklarer Begriff ist derjenige des Triebes. Weiterlesen

Zusammenfassung 13. Sitzung, 23.1.2020: Schopenhauers Begriff des Triebes

Schopenhauer versteht den „Willen zu Leben“ als das „innerste Wesen“ der Welt. Dabei möchte Schopenhauer den Willen zum Leben nicht hypostasieren und als abstraktes Prinzip – wie in seinen Augen Hegels Begriff des „Absoluten“ und „Unendlichen“ – fassen, sondern als „einzige unwandelbare und unbedingte Eigenschaft“ der Welt, ja als „das Allerrealste“, den „Kern der Realität selbst“. Weiterlesen

Zusammenfassung 12. Sitzung, 16.1.2020: Hegels Begriff des Triebes

Wie vor ihm Schelling, so denkt auch Hegel den Begriff des Triebes nicht so sehr im Rahmen einer Anthropologie und Moralpsychologie, betrachtet also den Trieb nicht so sehr von der individuellen Person her, sondern im Kontext eines umfassenden philosophischen Systems der Ontologie bzw. des „Geistes“. Weiterlesen

Zusammenfassung 11. Sitzung, 9.1.2020: Hausarbeiten; Schellings Begriff des Triebes

Hausarbeiten über die klassische deutsche Philosophie (bzw. den „deutschen Idealismus“) zu schreiben stellt eine besondere Herausforderung dar. Denn die behandelten Texte sind nicht selten überladen von Begriffen wie dem „Absoluten“, dem „Nicht-Ich“, der „intellektuellen Anschauung“, der „Freiheit“, die extrem vieldeutig und keineswegs selbstverständlich sind. Weiterlesen

Zusammenfassung 10. Sitzung, 19.12.2019 – Schillers Theorie der Triebe

Der menschliche Wille ist nach Schiller gespalten in zwei „Tendenzen“ bzw. „Triebe“, „die den Begriff der Menschheit erschöpfen“.[1] Anders als die in Kants Grundlegungsschriften eingeführte Unterscheidung von Vernunft und Natur folgt Schillers Unterscheidung dieser Willenstendenzen nicht der Opposition „Autonomie-Heteronomie“, sondern er fasst beide Triebe als Basis des Freiheitsgebrauchs auf:[2]

Ich trage kein Bedenken, diesen Ausdruck [scil. „Trieb“] sowohl von demjenigen, was nach Befolgung eines Gesetzes [scil. dem Formtrieb] als von dem, was nach Befriedigung eines Bedürfnisses strebt [dem Stofftrieb], gemeinschaftlich zu gebrauchen wiewohl man ihn sonst nur auf das letztere einzuschränken pflegt. So wie nehmlich Vernunftideen zu Imperativen oder Pflichten werden, sobald man sie überhaupt in die Schranken der Zeit setzt, so werden aus diesen Pflichten Triebe, sobald sie auf etwas bestimmtes und wirkliches bezogen werden. […] Dieser Trieb [scil. der Formtrieb] entsteht nothwendig, und fehlt auch bey demjenigen nicht, der ihm gerade entgegen handelt. Ohne ihn würde es keinen moralisch bösen, folglich auch keinen moralisch guten Willen geben [Hervorh. J.N.].[3] Weiterlesen

Zusammenfassung 8. Sitzung, 12.12.2019 – Fichtes Theorie der Triebe

In seiner Schrift Über Geist und Buchstab in der Philosophie (1794) interpretiert Fichte den Triebbegriff vor dem Hintergrund einer Konzeption individueller Freiheit. Damit geht er entschieden über Kants Theorie hinaus, der die Triebe dem unteren Begehrungsvermögen zugeordnet und als eine Form von Fremdbestimmung aufgefasst hatte. Fichte knüpft dabei an die kantische Unterscheidung der verschiedenen Erkenntnisvermögen, insbesondere den Begriff der (reflektierenden) Urteilskraft, an. Weiterlesen