Zusammenfassung, 10. Sitzung, 21.12.2018 – Duns Scotus und Thomas von Aquin über Wille und Vernunft

In der mittelalterlichen Freiheitsdebatte steht vor allem die Frage im Zentrum, ob der Wille (lat. voluntas) oder die Vernunft (lat. intellectus; ratio) die entscheidende Instanz ist. Vertreter der ersten Auffassung nennt man Voluntaristen, Vertreter der zweiten Intellektualisten. Weiterlesen

Zusammenfassung 10. Sitzung, 18.11.2018: Schellings Theorie der Zeit in den „Weltaltern“

Thema der Sitzung war Friedrich Wilhelm Joseph Schellings Theorie der Zeit im Gegensatz zu derjenigen Immanuel Kants. Kants Transzendentalphilosophie besagt entgegen einem weit verbreiteten Missverständnis nicht, dass alles, was in der Welt existiert, etwa auch die Zeit, subjektiv sei. Vielmehr ist es so, dass Objektivität nach Kant nur durch bestimmte Strukturen der Subjektivität möglich wird. Objektivität ist nach Kant eine Funktion der Subjektivität. Diese Strukturen, die in unserer erkennenden Subjektivität enthalten sind, sind notwendig, um überhaupt so etwas wie Objektivität der Erfahrung (von Gegenständen) möglich zu machen. Die Zeit ist nach Kant also überall und für alle Subjekte objektiv gültig (sie entspricht insofern Newtons Begriff einer „absoluten Zeit“), und zwar gerade deswegen, weil sie in der transzendentalen Subjektivität begründet liegt. Damit lässt sich sagen, dass Kant die B-Reihe der Zeit (also die objektive Unterscheidbarkeit in „früher“ und „später“) im Modus der transzendentalen Subjektivität philosophisch reformulieren möchte.

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Zusammenfassung, 9. Sitzung, 14.12.2018: Augustinus über Willensfreiheit

Die systematische Bedeutung der Augustinischen Freiheitstheorie besteht in ihremBegriff eines reflexiven Willens. Durch seine reflexive Willenstheorie kann Augustinus in historischer Hinsicht als der„Erfinder des ‚modernen‘ Willensbegriffs“[1]gelten. Augustins Willensbegriff steht im Kontext seiner umfassenderen Theoriedes Geistes (lat. mens). AugustinsGeist-Begriff unterscheidet sich in verschiedenen zentralen Hinsichten von denTheorien Platons und Aristoteles‘.

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Zusammenfassung, 9. Sitzung, 12.12.2018: Bertrand Russells Kritik des Kausalitätsbegriffs

In seinem 1904 erschienenen Aufsatz „On the Notion of Cause“ argumentiertder britische Philosoph Bertrand Russell (1872-1970) dafür, dass der Kausalitätsbegriff so ambivalent und missverständlich sei, dass er aus demphilosophischen Wortschatz gestrichen werden sollte Weiterlesen

Zusammenfassung 8. Sitzung, 4.12.2018: Kants Zeittheorie

Kants theoretisches Hauptwerk, die Kritik der reinen Vernunft (1781) betrachtet die Zeit unter einem transzendentalphilosophischen Gesichtspunkt. Dies bedeutet, dass Zeit hier nicht als ein vorliegender Gegenstand der Erkenntnis verstanden wird, sondern als eine Bedingung der Möglichkeit unserer Erkenntnis von Gegenständen. Weiterlesen

Zusammenfassung 7. Sitzung, 30.11.2018: Robert Kanes Libertarianismus

In der Regel wird in der freiheitstheoretischen Debatte unter „Kompatibilismus“ die Vereinbarkeit von Freiheit und Determinismus verstanden. Demnach impliziert der Kompatibilismus die Falschheit des Indeterminismus. Robert Kanes Position bestreitet die Wahrheit des Determinismus und argumentiert stattdessen für die Kompatibilität von Freiheit und Indeterminismus. Weiterlesen