Meinong

Alexius Meinong (1853-1920) war ein österreichischer Philosoph. Er hatte großen Einfluss auf die Philosophie und Psychologie. Er entwickelte die sogenannte „Gegenstandstheorie“, eine Ontologie, die sich mit den Relata von intentionalen Zuständen befasst.

Mobbing

Beim Mobbing handelt es sich um eine komplexe unmoralische Gruppendynamik, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt und zumeist auf einen eng umrissenen Raum (z.B. Schule oder Arbeitsplatz) konzentriert ist. Häufig besitzt das Mobbing eine Eskalationsstruktur. Es beginnt im Kleinen, fast Unmerklichen und steigert sich dann immer mehr bis hin zur direkten Gewalt. Aber auch das Mobbing hat die Tendenz, sich selbst zu tarnen, und nur durch Andeutungen und Tuscheleien „hinter dem Rücken“ des Opfers bemerkbar zu werden. Es ist gerade die Anonymität, die das Mobbing auszeichnet. Mobbing entsteht häufig aus Neid und Konkurrenzkampf. Häufig sind es neu hinzustoßende Personen, deren Präsenz als Störung einer bestehenden Gruppe empfunden werden. In diesem Fall kommt es zu Ausschluss-Strategien, die eng mit dem Phänomen der Diskriminierung verwandt sind.

Montaigne

Michel Eyquem de Montaigne (1533-1592) war Jurist, skeptischer Philosoph, Humanist und Begründer der Essayistik. In seinen Essays verteidigte er die Vernunft der Tiere gegenüber der menschlichen Auffassung. Er ging dabei so weit, die tierische Intelligenz der menschlichen vorzuziehen.

Moralismus

Das Phänomen des Moralismus ist philosophisch besonders interessant. Denn hier wird die Moralität selbst zur Unmoral, was auf den ersten Blick paradox erscheint. Der Moralismus kann symbolisch mit einem erhobenen Zeigefinger veranschaulicht werden.

Dieser steht für Mahnung, Drohung und Autorität, aber auch für Belehrung und Kritik. Auf Seiten des Opfers von Moralismus können Wirkungen wie Schuldgefühle, Verunsicherung, schlechtes Gewissen, Gefühle fehlender Wertschätzung und Verletzungen auftreten. Moralismus ist nicht einfach nur als eine übersteigerte Form von Moralität zu verstehen. Denn auch Heilige und besonders moralische Vorbilder (z.B. Mutter Theresa, Ghandi) und Märtyrer waren keine Moralisten. Was sie davor bewahrte, war ihre Bescheidenheit und ihre zurückhaltende Art, Kritik an bestehenden Verhältnissen zu üben. Um moralistisch zu handeln, muss neben übersteigerter Moralität noch ein weiteres Moment hinzutreten, das den Grund ihrer Perversion darstellt. Dieser Grund scheint in einer Form von Überheblichkeit zu liegen, die unter Berufung auf die Moral realisiert wird. Die Moralistin grenzt sich von anderen ab und lässt sie dies wissen. Es scheint ihr darin nicht so sehr um die Moralität zu gehen, als um die Tatsache, dass sie es ist, die auf der richtigen Seite steht, während die andere Person es nicht tut. Der Moralist scheint diese Differenz auszukosten und zu zelebrieren. Hat er keine Möglichkeit, diese Differenz zu kommunizieren (etwa durch Kritik oder Vorwürfe), so scheint für ihn die Moral weniger interessant zu sein. Dem Moralisten geht es also im Grunde gar nicht um die Moral, sondern um sich, und seine Überlegenheit und Besonderheit gegenüber anderen. Um diese Überlegenheit auszudrücken, radikalisiert er seine moralischen Einstellungen geschickt so, dass sie diejenigen des jeweils anderen (partiell) übertreffen. Damit instrumentalisiert der Moralist die Moral. Es handelt sich dabei um eine interessengeleitete, selektive Moral. Der Moralist moralisiert gerade auch da, wo die Moral nicht unmittelbar im Zentrum steht oder von Bedeutung ist, z.B. in rein juristischen, politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten. Er versucht so, für sich eine exklusive Position zu erreichen, der gegenüber die anderen unterlegen sind. Er möchte dadurch anderen etwas verleiden. Dies ist gerade deswegen möglich, weil die Moral (und auch die Theologie) die letzte Instanz ist, an der zwischenmenschliche Vorgänge bemessen werden können. Wer einen moralischen Standpunkt bezieht, bezieht einen absoluten Standpunkt, demgegenüber alle anderen als nur relativ gültig erscheinen müssen. Der Moralist glaubt deswegen, sich selbst nicht mehr hinterfragen zu müssen. Er sieht seine Taten und Kritiken als absolut gerechtfertigt an. Dabei täuscht er sich darin, dass es ihm nicht um die Moral, sondern nur um deren Form, also den absoluten Standpunkt geht, der nicht mehr kritisierbar, sondern per se völlig „im Recht“ ist. Das Motiv des Moralisten ist also nicht die Moral, sondern die Überheblichkeit (lat. superbia). Darin weist der Moralismus eine Nähe zum Phänomen des Terrorismus auf. Denn auch hier wird ein absoluter Standpunkt eingenommen, der gegenüber Kritik immun sein soll. Im Unterschied zu Moralisten bestrafen Terroristen ihr vermeintlich weniger moralisches Opfer systematisch und nach einer ganz bestimmten Logik. Während die Moralistin daraus Befriedigung zieht, dass sie ihrem Gegenüber subtil ein schlechtes Gewissen bereiten kann, setzt der Terrorist grausame Methoden und direkte Gewalt wie Folter und Hinrichtungen als Strafen ein. Die Terroristen vom 11. September 2001 inszenierten gewissermaßen ihre Anschläge als symbolische Akte und Spektakel, in der Annahme der absoluten Gerechtigkeit ihrer Handlungen, die sich als Strafe gegen den vermeintlich dekadenten Westen und seinen Kapitalismus verstanden. Hier zeigt sich, dass Moralisten und Terroristen nicht bereit sind zu diskutieren und Gegenmeinungen zu akzeptieren. Nach ihrer absolutistischen Logik gibt es nur Schwarz oder Weiß, Wahr oder Falsch, Wir oder die Anderen. Ihre Selbstimmunisierung kann zu einer schleichenden Radikalisierung führen, die in letzter Hinsicht auf Selbsttäuschung beruht.